Warum man sich auf Gisela Schmalz’ “Yes Economy” einlassen kann.

In ihrem Buch “No Economy: Wie der Gratiswahn das Internet zerstört” bricht Gisela Schmalz mit der Begeisterung für die Kostenlosigkeit von Gütern und Leistungen im Web. Ausführlich legt sie die Treiber des Status Quo dar und warnt davor, die Entwicklung des Internets als Raum neuer wirtschaftlicher Möglichkeiten zu verspielen. Ihre Kritik richtet sich einerseits gegen die Subvention digitaler Güter durch Staat, Stiftungen, Risikokapitalgeber und Werbekunden, andererseits gegen einen vermeintlichen Gratiswahn der Nutzer. Vor dem Hintergrund einer Analyse verschiedener ökononomischer Modelle plädiert sie für eine selbsttragende wirtschaftliche Entwicklung des Internets ohne Subventionen – für ein “Yes Economy”. Im folgenden resümiere ich ihre Kritik an die Adresse der Webunternehmer und Risikokapitalgeber, schlage jedoch eine mir sinnvoll erscheinende Relativierung der Kritik an den Nutzern auf der Grundlage der Theorie kollektiven Handelns vor. Zur Unterstützung des Plädoyers für nutzergetriebene Mikromärkte scheint mir zudem die Ergänzung angebracht, auf nutzerseitige Wertschöpfungsketten zu fokussieren. mehr »

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Ökonomische Suboptimalität des Web 2.0

Warum werden im Internet Dienste und Informationen kostenlos für jedermann zur Verfügung gestellt? Unter welchen Bedingungen ist das überhaupt der Fall? Auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen lohnt die Diskussion der Theorie kollektiven Handelns von Mancur Olson. Olsons Theorie zufolge kommt es nur dann zur kostenlosen Bereitstellung von Diensten und Informationen für jedermann, wenn der Nutzen der Beschaffung und Bereitstellung, den die Beschaffenden hiervon haben, die Kosten übersteigt, die diese hierfür allein zu tragen haben. Denn da es in der Natur des Gutes liegt, es nutzen zu können, sobald es verfügbar ist, ohne von der Nutzung ausgeschlossen werden zu können, werden Andere sich nicht an den Kosten seiner Beschaffung beteiligen.

1. Öffentliche Güter und Kollektivgüter
2. Theorieansätze zur Kollektivgutbeschaffung
3. Olsons Theorie kollektiven Handelns
4. Suboptimalität der Kollektivgüterbeschaffung
5. Suboptimalität des Web 2.0

Olsons Theorie in die Diskussion zu werfen, erscheint mir angesichts der mancherorts beobachtbaren Begeisterung für das sozialrevolutionäre Potential des Internets – die ich streckenweise teile – wie der Versuch einer konterrevolutionären Provokation. Insbesondere, wo die Diskussion unter dem Stichwort „Web 2.0“ geführt wird. Dort wird das Potential des Internets aufgrund seiner Eigenschaft als „Ermöglichungsstruktur für die Erzeugung, Verarbeitung und Verwendung von Informationen“ und seiner Fähigkeit zur Vergemeinschaftung als Werkzeug zur Abbildung „kollektiven Wissens“ und als Grundlage „kollektiver Intelligenz“ gesehen. Bei dieser Sichtweise begeistern sich manche Autoren für das Phänomen, dass Dienste und Informationen quasi als öffentliche Güter, als Kollektivgüter verfügbar werden. Sie wollen aufgrund dessen nicht nur die Möglichkeit einer Transformation etablierter Marktstrukturen erkennen, sondern einen Wandel der Ökonomie als solcher. mehr »

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Auf den Spuren der Diskussion über Politik in der Blogosphäre

Die unten stehende Grafik ist eine Visualisierung miteinander vernetzter Internetseiten mit Hilfe des Programms Nestor. Ausgangspunkt ist das Weblog von Robert Dürhager, das mir vor einigen Tagen in einem Gespräch über die Wahrnehmung von Politik durch Digital Natives von Jana Hochberg empfohlen worden ist. Dürhager verweist auf die Seiten von Maika Büschenfeldt, die in Bremen an ihrer Promotion über E-Demokratie im Fachbereich Informatik schreibt. Sie experimentiert dort mit einer Plattform für “Blog Karnevals“. Als Beispiel verweist sie auf den von Raphael Raue alias Soeren Onez initiierten Blog Karneval vom 7. Juni 2007 zum Thema “Politikverdrossenheit”. Von den dort referenzierten 56 Beiträgen habe ich hier eine Auswahl getroffen.

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“Die traurigen Streber” lesen zu viel Die Zeit

Heute, den 28.08.2008, titelt Die Zeit “Jugend ohne Charakter! Karrieredruck und Zukunftsangst haben eine angepasste Generation hervorgebracht” und bringt auf S.43f eine “Polemik”, flankiert von einer Art “Kulturgeschichte” des “Heranwachsens”. Das finde ich kurios. Denn an anderer Stelle habe ich dargelegt, warum von einer Mitschuld der diesen Artikel publizierenden Verlagsgruppe ausgegangen werden kann. Ich halte es für müßig, sich im Detail mit den einzelnen Anspielungen und Thesen dieser “Polemik” auseinanderzusetzen. Zu entdecken gilt es nicht den Inhalt der Polemik, sondern inwiefern die herausgebende Verlagsgruppe an dem hier thematisierten gesellschaftlichen Phänomen im Rahmen der Bearbeitung ihres Marktsegments der 20 bis 30-jährigen beteiligt ist. Statt Details der Polemik zu analysieren, finde ich es sinnvoller, im Folgenden über das Konstruktionsprinzip und das vermutliche Kalkül eines solchen Artikels nachzudenken. mehr »

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“Elite” und “Karriere” als Fiktion des Personalmarketings und Geschäftsfeld der Medienwirtschaft

Karriere-Magazine beschäftigen mich schon seit Beginn meines Studiums. Als ich im Jahr 2000 daran arbeitete den Mut aufzubringen, mein erstes Studium abzubrechen, habe ich mir eines dieser Karriere-Magazine aufgehoben (1). Noch heute zeige ich Freunden gerne dieses Heft, weil es ein zeitloses Dokument einer fiktiven Erfolgsgesellschaft ist. Die Wirklichkeit sieht anders aus, wie nicht nur die persönliche Erfahrung zeigt, sondern auch die Sozialstudien des Studentenwerks. Seither interessiert mich, wie es zu dieser unheilvollen Fixierung auf bestimmte Lebensmuster kommt, die einem auf allen möglichen Kommunikationskanälen nahe gelegt werden und die angeblich mit “Karriere” zu tun haben. Die Antwort liegt im Bereich der Verbindung von Marketing-, Personal- und Medienwirtschaft. mehr »

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