Der Campus Westend als Bühne der Erziehung des neuen Menschen*

Der neue Campus Westend der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main bietet das Zeug zu einem düsteren Roman. Schon das IG-Farben-Haus wurde als ein “eisernes und steinernes Sinnbild deutscher kaufmännischer und wissenschaftlicher Arbeitskraft“ entworfen. Unverkennbar schließen die neuen Universitätsgebäude auf dem im Neubau befindlichen Campus Westend architektonisch an dessen monumentale Ausstrahlung an, so auch die Blöcke der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die Leere und Weitläufigkeit des Campus trägt diesem Konzept zusätzlich Rechnung. Hie und da stehen Hinweisschilder, die zu Veranstaltungen leiten mit Titeln wie “Leading to Excellence”. Hier im Rahmen einer Fiktion Parallelen zu Motiven totalitärer Gesellschaftsvorstellungen der 30er und 40er Jahre zu ziehen ist leicht. mehr »

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Notizen zu Briefstellern – den verschwundenen “Anleitungen schriftlicher Kommunikation”

Im Oktober 2008 habe ich im Katalog der Ausstellung “Der Brief – Ereignis und Objekt“ einen Hinweis auf Susanne Ettls Buch über Briefsteller als “Anleitungen zur schriftlichen Kommunikation” gefunden. Angeregt durch die Ausstellung hatte ich bereits an anderer Stelle ein paar Überlegungen zu den Vorteilen des papiernen Briefs angestellt. Im Folgenden referiere ich nun einige Passagen aus Ettls Buch, das ich mittlerweile gelesen habe. Briefsteller sind laut Ettl aus der germanistischen Forschung verschwunden. Dabei sind sie lange Zeit neben Poetiken und Rhetoriken anerkannte Lehrbücher gewesen.  Ihr Verschwinden in der Forschung begründet Ettl unter anderem damit, dass sie in ihrer Spätphase zu “Vorschriftenbüchern für Menschen mit geringer Sprachgewalt” herabgesunken sind. Allerdings ist eine bestimmte Form von Briefsteller noch immer allgemein bekannt: Der Bewerbungsratgeber. mehr »

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Der Vorteil des papiernen Briefs liegt in seinem anwesenden Sein

Das Goethehaus in Frankfurt hat für mich mindestens zwei Sachen zu bieten: Erstens als Wohnung lebenswerte Grundrisse der einzelnen Etagen, die man heute auch gern hätte. Zweitens ein Katheder oder Schreibpult von Gewicht und Größe, wie man es gerne hätte, es aber in keinem heutigen Möbelhaus kaufen kann und das, wenn ich mich nicht irre, im dritten Stock im Dichterzimmer steht.

Notierenswert ist heute der Ausstellungskatalog der dortigen Ausstellung “Der Brief – Ereignis und Objekt“. Man findet den Katalog merkwürdigerweise nicht auf den Internetseiten des Goethehauses, aber immerhin bei Amazon (Bohnenkamp, Anne; Wiethölter, Waltraud [Hg.]: Der Brief – Ereignis und Objekt. o.O (Stroemfeld) 2008 – 20 EUR).

Die Aufsätze des Sammelbands gehen auf verschiedene Aspekte des Briefschreibens ein: das Papier, das Schreibzeug, Schreibweisen und Briefetikette, die Archivierung, der Transportweg u.a. Interessant war für mich hier zu lesen, dass es bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Ratgeber zum Schreiben von Briefen gegeben hat – sogenannte “Briefsteller“. Hierzu empfiehlt der Aufsatz über Schreibgerät in einer Fußnote dieses Buch: Ettl, Susanne: Anleitungen zur schriftlichen Kommunikation. Briefsteller von 1880 bis 1980. Tübingen 1984.

In der Einleitung des Ausstellungskatalogs wird der Mode pflichtschuldig festgestellt, dass der Brief seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ins Hintertreffen gerät und ihm letztlich eine Randexistenz vorherbestimmt ist. Ich bin mittlerweile geneigt, das anders zu sehen. Denn ich mache die Erfahrung, dass der Brief aufgrund seines materiellen Seins gegenüber der Email den Vorzug hat, an-wesend zu sein – eine Eigenschaft, die der Email in dieser Qualität abgeht.

Diese Anwesenheit des Briefs hat den entscheidenden Vorteil, das der Fakt der Mitteilung und des formulierten Anliegens nicht so leicht zu ignorieren ist, wie die eben schnell verschobene oder gelöschte Email. Der Brief ist ein Trumpf in der Aufmerksamkeitsökonomie! Zumindest gilt das für den Brief, der sich auf eine bestehende Beziehung oder aber auf eine persönliche Empfehlung durch einen Dritten berufen kann.

Sofern es einem mit einer Sache und einem Menschen ernst ist, fährt man mit einem Brief aufgrund seiner materiellen Anwesenheit und deren aufmerksamkeitsökonomischer Effekte besser. Das da was wahres dran ist merkt man daran, dass einem das Briefeschreiben immer auch dann einfällt, wenn man etwas schweres, ernstes, kompliziertes oder unerwartetes zu sagen hat, für das man sich gebührende Aufmerksamkeit wünscht.

Vielleicht werden Briefe deshalb zur Zeit in der täglichen zwischenmenschlichen Kommunikation als Bleigewicht, als Klotz am Bein wahrgenommen. In dem Augenblick aber, in dem bestimmte Eigenschaften von Materialität im Bereich des Zwischenmenschlichen wieder stärker im Kurs stehen*, erlebt der Brief seine Renaissance. Das gilt meines Erachtens nicht nur im Bereich der Intimität, sondern insbesondere auch im Bereich öffentlicher Rollen.

* Ich könnte mir vorstellen, dass das irgendwann wieder in Mode kommt, weil bestimmte Lebensqualitäten weder mit digitaler Technik noch durch Geschwindigkeit zu erreichen sind.

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Zum Konkurrenzproblem beim internetgestützten Dauerpublizieren

Meine Auseinandersetzung mit dem Manifest der Hardbloggingscientists hat mir ein Kommentar von Christian Spannagel beschert. Das freut mich sehr, denn es lässt mich hoffen, dass dieses “Bloggen” hier mittelfristig Sinn macht. Christian plädiert für den “öffentlichen Wissenschaftler“. Allerdings sehe ich weiterhin das Problem, Ideen preiszugeben und stelle deshalb die Frage, warum ich darauf vertrauen können soll, mir mit der Preisgabe von Ideen nicht zu schaden. Wohlgemerkt: Preisgabe von Erkenntnissen und erarbeiteten Fragmenten gerne, Preisgabe von Ideen und Konzepten lieber nicht!

Christian verweist in seinem Blog auf einen themenverwandten Beitrag von Marc Scheloske. Es ist interessant zu lesen, dass auch ihm meine Sorge bekannt ist:

Wissenswerkstatt | Weshalb dem “öffentlichen Wissenschaftler” die Zukunft gehört » Ermutigungen zum bloggenden Wissenschaftsdialog
Und wenn andere diese Anregungen aufgreifen? Bitteschön, sollen Sie doch erstmal was Anständiges daraus machen und wer sagt, daß ich nicht selbst von der (Weiter-)Arbeit der Kollegen profitiere? Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit zur Kooperation?

Soll das heißen, dass ich auf eine gewisse Trägheit des anonymen gegenübers vertrauen soll? Die Haltung “work hard, play hard” ist ja nicht gerade neu. Dennoch denke ich, dass man abwägen muss, welche Ideen so bedeutend sind, dass man sie wenigstens für eine gewisse Zeit besser für sich behält und über welche Ideen man gefahrlos plaudern kann. Ich denke, es gibt Momente, in denen es berechtigt ist, sich von der Sorge zu entlasten, andere könnten “was Anständiges daraus machen”, während man selbst nicht zu Potte kommt.

In Anbetracht dieses Themas ist mir heute morgen noch ein ganz anderer Verdacht gekommen. Nehmen wir an, dass vor allem das Wissen um bestimmte Zusammenhänge wertvoll ist, um damit später einmal Geld zu verdienen oder sich wenigstens profilieren zu können, und das man dieses Wissen um Zusammenhänge oder wenigstens die Ahnung um solche Zusammenhänge als Ideen bezeichnet, dann könnte es ja sein, dass hier ein Schlüssel zu einem Phänomen liegt, das ich an der Universität beobachtet habe: Leute an der Uni reden nach meinem Empfinden nur sehr wenig über Zusammenhäng, die sie selbst entdeckt haben.

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Bolker, Joan: Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day. A Guide for Starting, Revising, and Finishing Your Doctoral Thesis. New York 1998

Im Folgenden fasse ich in Auszügen Joan Bolkers Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day zusammen. Auf das Buch bin ich durch eine Bekannte aufmerksam gemacht worden, die an der Universität Lüneburg promoviert. Mein Interessenschwerpunkt lag bei der Lektüre auf Fragen, wie man am besten anfängt und wie man zu einem ersten Entwurf gelangt. Bolkers Buch ist eine lesenswerte und ermutigende Einführung, wenn es um selbstständiges Schreiben geht. Unberücksichtigt bleiben natürlich konkrete Hinweise, welche Anforderungen das deutsche Wissenschaftssystem an das Exposé stellt und wie man in Deutschland den Weg zu einer externen Promotion beschreitet. Darin besteht aber auch der Vorteil ihres Buchs. Im Duktus des sachsonischen Wissenschaftsstils widmet sich Bolker ganz ohne Verklemmtheit Problemen des Schreibens und Problemen der Interation mit ersten Lesern, mit Betreuern und Gutachtern. mehr »

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Jana Hochbergs Weblog und das Manifest der “Hard Blogging Scientists”

Durch Jana Hochberg und Ihr Weblog http://gophi.blogspot.com bin ich auf das Projekt Hardblogginscientists aufmerksam geworden. Jana platziert auf Ihrer Seite den Button des Projekts und bekennt sich damit zu dem dort veröffentlichten “Manifest V0.2″ der Hardblogginscientists:

I am a hard bloggin’ scientist.

This means in particular:
1.
I believe that science is about freedom of speech.
2. I can identify myself with the science I do.
3. I am able to communicate my thoughts and ideas to the public.
4. I use a blog as a research tool. That means in particular, that I
- express my thoughts,
- get in contact with others,
- have a sketch of my process online,
- get feedback and new ideas from others.
5. I trust myself.
6. I surf a lot and I read a lot.
7. I blog once in a day/week/month.
8. I give comments once in a day/week/month on other blogs.
9. I am self-aware and critical.
10. I refer to the people who done the work first.
11. I give love and respect to the people.

Ich finde dieses Manifest attraktiv, frage mich aber, wer und was sich dahinter verbirgt. Hierzu gibt die “Info” Auskunft. Man erfährt, dass es ursprünglich um Weblogs als Werkzeuge einer wissenschaftlichen Grasswurzelbewegung gegangen ist, dass es nun aber auf den zugehörigen Seiten um Werkzeuge für Wissenschaft und Didaktik im Allgemeinen geht. Das eigentliche Weblog wird zur Zeit von Steffen Büffel betrieben und es scheint in Anbetracht der bunt (bebilderten) und ein wenig zusammengewürfelt wirkenden Beiträge, als werde dies nicht explizit zur Verbreitung der in dem Manifest gefassten Idee gepflegt.

Ein paar Gedanken zum Manifest der Hard Blogging Scientists:

Ich glaube auch, dass Wissenschaft etwas mit Meinungs- und Redefreiheit zu tun hat und das gerade das Internet die Möglichkeit bietet, sich wissenschafltich frei zu entfalten. Auch kann ich mich mit der Wissenschaft identifizieren, die ich selbst betreibe. (Soviel zu Punkt 1: “I believe that science is about freedom of speech.” und Punkt 2: “I can identify myself with the science I do”)

Punkt 3 (“I am able to communicate my thoughts and ideas to the public”) bereitet mir allerdings Schwierigkeiten, denn ich bin zwar technisch in der Lage, meine Gedanken und Ideen öffentlich kund zu tun, bin diesbezüglich aber aus mehreren Gründen ängstlich. in Joan Bolkers “Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day” las ich, dass Schreiben – gerade wissenschaftliches Schreiben – Mut voraussetzt (siehe hier das Zitat nach Cynthia Ozick). Um so mehr verlangt es wohl davon, das Geschriebene jemandem zu lesen zu geben und darüber hinaus noch einmal mehr, dies während des sich in Entwürfen fortschreibenden Prozesses, des sich im Vorläufigen bewegenden Schreibens zu tun. Soll ich mich der teutonischen Kritik aussetzen, noch ehe meine eigentliche Arbeit getan ist? Was für Heldentaten verlangen die “Hard Blogging Scientists” da von mir, frage ich mich! Kann es sein, dass diser Punkt 3 die Namenswahl der “Hard Blogging Scientists” überhaupt erst begründet – nämlich, dass es hart ist, erstens, überhaupt und regelmäßig zu schreiben und sich dann auch sogleich einer nicht näher bestimmten Öffentlichkeit auszusetzen?

An dieser Stelle glaube ich, durch Jana Hochberg einen mögliche Lösung kennen gelernt zu haben, mich nicht der teutonischen Kritik aussetzen zu müssen und dennoch öffentliche Beiträge über meine Forschungsarbeit in meinem Weblog zu veröffenltichen. Jana schlägt vor, über die eigene wissenschaftliche Arbeit zu berichten – also nicht, sie abzubilden. Dies verstehe ich auch als eine Möglichkeit, Bolkers Vorschlag umzusetzen, ein Forschungstagebuch zu führen. Es eröffnet sich auf diese Weise gegebenfalls die Möglichkeit, sich selbst zu finden und über die eigene Arbeit mit anderen ins Gespräch zu kommen, ohne vor- oder frühzeitig preisgeben zu müssen, was man erarbeitet.

In Punkt 4 (” I use a blog as a research tool”) stimme ich dann wieder mit dem Manifest überein, denn ich sehe mein Weblog als Forschungsinstrument. Hier kann ich – öffentlich oder allein für mich – meine Gedanken zum Ausdruck bringen und potentiell mit anderen hierüber ins Gespräch komme, um so Feedback zu erhalten und auf neue Ideen zu kommen. Eine Skizze meines Projekts online zu bringen – daran arbeite ich noch. Aber, hat Jana eine solche Skizze auf Ihren Seiten? Ich muss nachsehen…

Punkt 5 (“I trust myself”) des Manifests löst bei mir die Frage aus, warum dies zu einem Teil des Manifests geworden ist. Enthält dies eine Warnung, dass das von mir zu Punkt 3 aufgezeigte Problem auf Dauer das Selbstvertrauen überfordern könnte?

Die Punkte 6 bis 8 enthalten meines Erachtens eine unglückliche Vermischung dessen, was man im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens so tut – nämlich lesen und schreiben – und dem streckenweise wenig zielführenden herumsurfen auf irgendwelchen Internetseiten. Genau genommen scheint mir, dass die Punkte 6 bis 11 das zu forcieren hoffen, was sich die wissenschaftliche Grasswurzelbewegung der Hard Blogging Scientists durch die Nutzung des Internets und hier der Weblogs wünscht: Austausch. Soll der Austausch schriftlich auf der Basis von Weblogs funktionieren, ist es zwingend notwendig, regelmäßig anderer Leute Texte zu lesen und zu kommentieren, dabei Rücksicht zu nehmen und sich selbstkritisch zurückzunehmen, die Urheberschaft anzuerkennen und anderen Autoren Anerkennung, Respekt und Liebe zu zollen. Das dies essentielle Mechanismen sind und das gerade sie für die jungen, zumeist brotlosen und marginalisierten Wissenschaftler essentiell sind, habe ich bereits unter dem Titel “Ökonomische Probleme der Informations- und Wissensarbeit infolge milieuspezifischer Paradigmen im Denken und Handeln der Informations- und Wissenarbeiter” angesprochen.

Diesen letzten Absatz meiner Gedanken zum Manifest meine ich aber eigentlich ganz positiv und keineswegs ablehnend oder abwertend. Der Charme der Idee, das Internet als eine Plattform für Wissenschaft zu begreifen, die nicht allein an der Hochschule stattfindet, wirft ein Schlaglicht auf das entscheidende Problem bereits innerhalb der Hochschule und um so mehr außerhalb der Hochschule auf: Miteinander einen Verhaltenskodex zu vereinbaren, der er es ermöglicht, sich unbefangen mit anderen austauschen zu können. Deshalb halte ich die Parallelen des Manifests und des sachsonischen Wissenschaftsstils, wie ihn Johan Galtung beschreibt, für unverkennbar. Und ich möchte hinzufügen und betonen: Auch ich möchte mich unbefangen mit anderen austauschen können. Deshalb unterstütze ich dieses Manifest.

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Notizen zu Nadolnys Ullsteinroman

“Was man hier in Führt konnte, war Lesen. Es gab den Leseverein und eine Menge Bücher. Leopold hätte gern Striche an den Rand gemacht, aber das ging bei geliehenen Büchern nicht, und eigene wollte man ja nach der Lektüre wieder verkaufen. Dabei gab es nichts Schöneres als den Dialog mit einem Buch, der sich im Anstreichen vollzog. Leser, die nicht anstrichen, blieben außerhalb. Leopold half sich mit kleinen geschlitzten Papierstreifen, die er an die Seitenränder steckte.”

aus: Nadolny, Sten: Ullsteinroman. Berlin 2004, S.33

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Wolf, Anneke: Diaristen im Internet. Vom schriftlichen Umgang mit Teilöffentlichkeiten. Nr.1372

Wolf, Anneke: Diaristen im Internet. Vom schriftlichen Umgang mit
Teilöffentlichkeiten. In: kommunikation@gesellschaft, Jg. 3, 2002,
Beitrag 6 http://www.uni-frankfurt.de/fb03/K.G/B6_2002_Wolf.pdf

Anlass

In der Auseinandersetzung mit der Ausstellung zu Tagebüchern im Kommunikationsmuseum in Frankfurt a.M. habe ich begonnen, mich in die hier empfohlenen Texte einzulesen, die als Link zur Verfügng stehen. Darunter ist auch der Text von Wolf. mehr »

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Literaturempfehlungen zur Erinnerungskultur von Mirjam

Nietzsche, Friedrich: Vom Nutzen und Nachtheil der Historie fuer das
Leben. (Reclam)

Jan Assmann und Aleida Assmann: Erinnerungskultur.

Paul Ricoeur zur Erinnerungskultur

Pierre Nora: Les lieux de memoire. (zu deutsch: Erinnerungsorte)
Erinnerungskultur, die sich an Orte bindet

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Neuerliche Auseinandersetzung mit Johan Galtungs Aufsatz über Struktur, Kultur und intellektuellen Stil

Bislang blieb meine Auseinandersetzung mit dem „launigen Aufsatz“ Johan Galtungs über Struktur, Kultur und intellektuellen Stil an der Oberfläche. Ich begnügte mich mit dem beruhigenden Gefühl, dass hier die Zugänglichkeit und Freundlichkeit des anglo-amerikanischen intellektuellen Stils gelobt und die Unzugänglichkeit und Problembeladenheit des deutschen intellektuellen Stils aufs Korn genommen würde. Das anhaltende Interesse an diesem Text, welches ich an der Häufigkeit der Suchworte erkennen kann, mit denen andere mein kurzes Exzerpt via Google auf meiner Website finden, hat mich nun ermuntert, diesen Aufsatz nochmals genauer zu lesen, um so vielleicht zu verstehen, warum er so rege nachgefragt wird. Ein ausführlicheres Exzerpt ist jetzt online. Hier noch ein paar Gedanken zu Galtungs Aufsatz mehr »

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Bircken, Margrid: Victor Klemperers autobiografisches Schreiben. Zwischen Selbstdeutung und Chronistenzwang.

Bircken, Margrid: Victor Klemperers autobiografisches Schreiben. Zwischen Selbstdeutung und Chronistenzwang. In: Siehr, Karl-Heinz (Hg.): Victor Klemperers Werk. Texte und Materialien für Lehrer. Berlin 2001

[Exzerpt]

Anlass

Im vergangenen Jahr habe ich die Tagebücher Victor Klemperers von 1933 bis Spätsommer 1945 gelesen. Durch die Auseinandersetzung mit der Kunst und Technik des Erzählens mittels des Neuen Funkkollegs des Hessischen Rundfunks und seines Begleitbandes, herausgegeben von Mentzer und Sonnenschein, bin ich für die Selbsterzählung als einer – wenn nicht der – Quelle des Erzählens sensibilisiert worden.

Beim Packen von Umzugskisten bin ich nun auf das Sammelwerk von Siehr gestoßen, indem sich Margrid Bircken mit Klemperers autobiographischem Schreiben als solchem beschäftigt. mehr »

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Ich an mich – Tagebuchschreiben zwischen Intimität und neuer Öffentlichkeit

Unter dem Titel “Ich an mich” sendete SWR2 am 1.2.2006 eine Diskussion zum Thema Tagebuchschreiben. Untertitel: “Tagebuchschreiben zwischen Intimität und neuer Öffentlichkeit”.

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Das Problem der Kontrolle von Information bei der Konstruktion von Identität und Reputation im Internet

Am 9.11.2007 erscheint in der Leipziger Volkszeitung der bei der Deutschen Presseagentur gekaufte Artikel “Die Lust am Ausgoogeln” von Tobias Schormann. Darin thematisiert Schormann Gefahren für die Karriere und andere persönliche Beziehungen durch Informationen, die über das Internet und insbesondere durch Google über einen selbst verfügbar werden. Es gehe um den Leumund im Netz. Um “unliebsame Internet-Altlasten in den Treffern einer Suchanfrage weiter auf den hinteren Plätzen verschwinden zu lassen”, gäbe es sogar schon Dienstleister wie Myon-ID in Köln, die “Reputationsmanagement” anbieten. Gleichzeitig gibt Schormann Hinweise, wie man mehr über Menschen im Internet erfährt: Indem man Communities wie Xing.com oder Studivz.net durchsucht oder in google nach einmal bekannt gewordenen Spitznamen (Nicknames) oder Emailadressen der Gesuchten sucht. mehr »

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