Dank Bologna ist Zeit nun Luxus. Notiz zur Bologna-Diskussion zwischen Wolfgang Seibel und Robert Stockhammer

Vergangene Woche plädierte der Verwaltungswissenschaftler Wolfgang Seibel für die Chancen des Bologna Prozesses, der lediglich von den Hochschulen und insbesondere von den Professoren falsch umgesetzt würde. Spätestens als Seibel am Ende seines Artikels die “Die-Besten-gehen-ins-Ausland”-Karte spielte, war es Zeit, ihn nicht mehr ernst zu nehmen. Wen interessieren “die Besten”, wenn man auch in Zukunft in einer friedlichen Gesellschaft möglichst vieler intelligenter und durchschnittlich wohlhabendender Menschen leben will? Dankenswerterweise liest man heute unter der Überschrift “Im Interesse der Studierenden?” eine Erwiderung eines Literaturwissenschaftlers. Robert Stockhammer weist den Kollegen aus der Verwaltungswissenschaft darauf hin, dass die BA/MA-Reform vor allem die Macht der Universitätsverwaltung gestärkt habe, was der  Ausgestaltung der Studiengänge durch Professoren enge Grenzen setze. mehr »

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Der elitäre Sündenfall. Mitterles Replik auf meine Idee zur Vergesellschaftung von Universitätsangehörigen

Alexander Mitterle hat am 25.03.2008 mit seinem Essay “Unvernommene Studierende” auf meine Geschichte eines studentischen Forums und meiner damit verbundenen Überlegungen geantwortet. Mitterle erkennt, dass ich darum bemüht bin, “neu zu denken, was ein universitäres Studium auszeichnet.” Er konstatiert, dass ich ein dem Humboldtschen ähnliches Bildungsideal mit dem ökonomischen Moment des Alumniwesens verknüpfe und er stellt vor dem Hintergrund seiner eigenen Forschung über Hochschulforschung und Bildungspolitik den von mir kritisierten “elitären Sündenfall” der Universität auf eine Weise dar, wie es mir nicht möglich gewesen wäre. Meine Argumentation reformulierend beschreibt Mitterle, dass die “academia”, die akademische Elite der deutschen Universität, unter Umständen aufgrund der Logik der Verteilung symbolischer und ökonomischer Ressourcen nicht in der Lage ist oder nicht Willens ist, Studierende als vollwertige Angehörige der Universität zu integrieren, infolge dessen es zu einer allein organisatorisch bedingten Anonymität der “Massenuniversität” kommt. Studierende blieben “unvernommen” und  als Ressource unerkannt. Genau  genommen ist aber Masse nicht Problem, sondern Chance.  Der “mündige Student” müsse angesichts der “unerschöpflichen Ressource an potentiellen Gesprächspartnern” erkennen: “Ich bin nicht anonym und schon gar nicht Masse.” Mitterle entwickelt meinen Ansatz hier nun weiter, wobei er für die Universität Leipzig als einen besonderen Ort Handlungsüberlegungen entwirft, die auch für andere Universitätsstädte zutreffen dürften.

Mitterle, Alexander: Unvernommene Studierende. In. Powimag. Magazin für Politikwissenschaft. 25.03.2009, http://www.powimag.de/wp/?p=198

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Neuerliche Auseinandersetzung mit Johan Galtungs Aufsatz über Struktur, Kultur und intellektuellen Stil

Bislang blieb meine Auseinandersetzung mit dem „launigen Aufsatz“ Johan Galtungs über Struktur, Kultur und intellektuellen Stil an der Oberfläche. Ich begnügte mich mit dem beruhigenden Gefühl, dass hier die Zugänglichkeit und Freundlichkeit des anglo-amerikanischen intellektuellen Stils gelobt und die Unzugänglichkeit und Problembeladenheit des deutschen intellektuellen Stils aufs Korn genommen würde. Das anhaltende Interesse an diesem Text, welches ich an der Häufigkeit der Suchworte erkennen kann, mit denen andere mein kurzes Exzerpt via Google auf meiner Website finden, hat mich nun ermuntert, diesen Aufsatz nochmals genauer zu lesen, um so vielleicht zu verstehen, warum er so rege nachgefragt wird. Ein ausführlicheres Exzerpt ist jetzt online. Hier noch ein paar Gedanken zu Galtungs Aufsatz mehr »

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Campus und Karriere: Eine bildungspolitische Propagandasendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

Ich schätze den Deutschlandfunk sehr und zahle vor allem deshalb auch gern meine GEZ-Gebühren. Ärgerlich finde ich allerdings die Sendung Campus & Karriere. Campus und Karriere sendet täglich eine Beschreibung der Campi und Karrieren, die meines Erachtens großen Teilen der Wirklichkeit nicht gerecht wird. Campus und Karriere scheint sich mit den Interessen ausgewählter Akteure der Hochschullandschaft und des Personalmarktes gemein zu machen und verzichtet offenkundig auf die tiefer gehende Reflektion gesellschaftlicher Probleme und Missstände in diesen Bereichen. Es handelt sich allem Anschein nach um eine bildungspolitische Propagandaveranstaltung, wie sie im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks meines Erachtens nichts zu suchen hat. mehr »

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