Frey, James N.: Was ist eine Geschichte?
7. Dezember 2007 | Rubrik: Vermischtes | Tags: Erzählung, Geschichte | 981 mal gelesen
In: Frey, James N.: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt. Köln 1993
[Exzerpt. Seitenzahlen aus Mentzer/Sonnenschein: Die Welt der Geschichten]
„Eine Geschichte ist eine Schilderung von folgenschweren Ereignissen, an denen bemerkenswerte menschliche Figuren beteiligt sind, die sich infolge dieser Ereignisse verändern.“ (71)
Frey leitet dies im einzelnen her: Geschichte als Schilderung von Ereignissen wird erst lesenswert, weil die Ereignisse interessant sind. Von Interesse sind die Folgen. Ereignisse sind eben genau dann interessant, wenn sie folgenreich sind bzw. überhaupt Folgen haben. Darüberhinaus aber erweckt eine Schilderung folgenschwerer Ereignisse nur dann Aufmerksamkeit, wenn diese Folgen interessante menschliche Figuren betreffen, die „unsere Aufmerksamkeit verdienen“.
Man könnte aus Frey folgendes Schaubild folgern: Menschen sind mit Eigenschaften ausgestattet, die sie identifizierbar machen. Zum Beispiel Gefühle, Erwartungen, Ängste, Lebensformen, Beziehungen usw. Ereignisse haben nun Effekte, die mit diesen Attributen in einer Wechselwirkungsbeziehung stehen:als Konsequenzen für diese Attribute. Die sich wandelnde Umwelt nötigt die Figuren dadurch zum Handeln, das neue Ereignisse mit neuerlichen Konsequenzen mit sich bringt.

Abbildung: Eigene Darstellung
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Das Wesen der Attribute, die eine menschliche Figur auszeichnen und sie “identifizierbar” machen, wird von Létourneau skizziert. (siehe Exzerpt)
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