Archiv der Kategorie: Blog

Notizen zu der Methode von Michal Kosinski, Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook zu analysieren

Am 3.12.2016 erscheint unter https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/ ein Artikel unter dem Titel „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“, in dem die Geschichte erzählt wird, wie mit psychometrischen Methoden in Verbindung mit Big Data (und hier u.a. Facebook) „Microtargeting“ im Politmarketing Wahlkampf mit Onlinemedien geführt wird. Ausführlich wird ein wohl auch auf YouTube verfügbarer Beitrag von Alexander Nix, dem Geschäftsführer einer Firma namens „Cambridge Analytica“ referiert, in dem Nix darstellt, wie Daten beschafft und in einem digitalen Cockpit für das operative Politmarketing aufbereitet werden. So habe man für Millionen Amerikaner Psychogramme erstellt, könne diese in Kenntnis ihres Wohnortes uvm. direkt ansprechen und in Kenntnis ihrer jeweils individuell spezifischen Psychologie mit entsprechend individuell zugeschnittenem Spin-Doctoring in ihrer Wahlentscheidung beeinflussen. Weiterlesen

Thomas Leif zu der Frage, wie die AfD unsere Demokratie und die politische Kultur Deutschlands verändert. Notizen zur gleichnamigen Veranstaltung am 1.12.2016 in Eich

Am Donnerstag, den 1.12.2016 refererierte Prof. Dr. Thomas Leif im Restaurant Nikopolis in Eich zu der Frage, wie die AFD unsere Demokratie und die politische Kultur in Deutschland verändert. Eingeladen hatten der SPD Ortsverein Eich und der SPD Unterbezirk Alzey-Worms. Zugegen waren ca. 60 bis 70 Personen, von denen schätzungsweise weniger als 20 Personen jünger als 50 Jahre alt gewesen sein dürften. Weiterlesen

Exzerptnotizen zur „Suche nach dem Sinn“ nach Wilhelm Schmid

Schmid zeigt in seinem Text „Zur Suche nach Sinn“ implizit die Notwendigkeit eines Gegenübers bei der Sinnkonstruktion auf: Für Schmid ist es erst das Gespräch, d.h. der Dialog mit einem Gesprächspartner, der die Reflektion ermöglicht. Problematisch wird es jedoch, wenn die Möglichkeit zur Reflektion im Gespräch fehlt oder unterbunden wird; bspw. in Folge von Individualisierung, in Folge problematisierter oder verweigerter Kommunikation sowie in Folge von organsiatorisch zu Machtzwecken herbeigeführter Vereinzelung – wie sie bspw. in der Arbeitsorganisation zur Steuerung und Kontrolle von Individuen verbreitet ist. Dann tritt schlimmstenfalls die „Erschöpfung des Selbst“ ein, in der das „Individuum“ als „einziger Ursprung und Verantwortlichem des Handelns“ überfordert wird.
Schmids Feststellung, dass Sinn, also Zusammenhänge, auch hergestellt werden müssen, statt ihn im Zuge der Reflektion zu zertören, findet sich auch in der Identitätstheorie als dem Gegensatzpaar von Reflektion und Selbsterzählung. Weiterlesen

Das Problem mit dem, was man für sein Leben halten will

„In Max Frischs Roman Mein Name sei Gantenbein gibt es den Satz: ‚Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.‘ […] das Problem: Wenn man eine Geschichte erfindet, die man für sein Leben halten will, sollte sie möglichst nicht enden. Und es sollte eine sehr gute Geschichte sein. Die meisten Geschichten sind nicht gut genug, leider. Das Leben schreibt die besseren – oder sagen wir: stärkeren.“

Axel Hacke: Das Beste aus aller Welt. In: Süddeutsche Zeitung Magazin, Nr.21, 25.05.2012, S.42

Berlin | Provinz. Notizen zu „Echtleben“ von Katja Kullmann

Katja Kullmann, in Berlin lebend und nach eigener Aussage Tochter eines Versicherungskaufmanns aus der Nähe von Frankfurt am Main, beschreibt in ihrem neuen Buch „Echtleben“ Berlin als eine „Erfindung“, die „forterzählt“ wird und dabei jedes „aufgeweckte“ Kind der Mittelschicht zwischen 15 und 45 anzieht. Kullmann vermutet, dass ein nicht geringer Teil dieser Leute teils oder ganz vom Geld der Eltern lebt, sodass ein bestimmtes „Berlin“ eine von Eltern subventionierte Fiktion ist. Das hierfür notwendige Geld wird dabei von den Eltern in traditionellen, scheinbar wenig schillernden Berufen in der ebenso wenig interessanten Provinz erworben. Provinziell ist dabei alles, was nicht Berlin ist. Weiterlesen

Christoph Giesa: Bürger. Macht. Politik. Rezensionsessay.

Am 08. August 2011 ist das Essay Bürger. Macht. Politik. von Christoph Giesa im Verlag Campus erschienen. Albrecht von Sydow von Respublica, der wohl bei der Buchvorstellung dabei gewesen ist, hat mich auf das Buch angesetzt und ich habe es im Hinblick auf mögliche Schnittstellen zu Respublica durchgearbeitet. Im Folgenden mein vollständiges Rezensionsessay. Siehe gekürzt auch den Aufsatz unter http://blog.respublica.org/.

Giesa interpretiert die Top-Themen seit Sommer 2010, zu denen Bürger unerwartet heftig und unerwartet erfolgreich auf der Straße, durch Volksbegehren und unorthodoxe Wahlentscheidungen Stellung bezogen haben, als Zeichen eines Prozesses. Das Beobachtbare ist nach Ansicht Giesas „Ausdruck einer Sprachstörung zwischen den Regierenden und den Regierten“. Der Auflösung dieser Sprachstörung ist Giesas Buch gewidmet. Giesa erzählt entlang persönlicher Erlebnisse und Begegnungen von der Dysfunktionalität der Parteien, beobachtet die Wiederauferstehung des Citoyens und stellt die Modernisierung der Demokratie dank digitaler Technik und gesunkener Transaktionskosten in Aussicht, scheint aber für das von ihm beschriebene Dilemma der Rekrutierung auch keine Lösung zu sehen. Auch die Wechselwirkung mit dem gegenwärtigen Mediensystem wird zwar erwähnt, verblüffenderweise jedoch eher ausgeblendet Weiterlesen

Simplified Chinese Language Pack for Vtiger Published

For those who are interested in vtiger as an opportunity to cooperate with Chinese colleagues, a brand new language pack has appeared: Simplified Chinese. Published by bbs.webcider.com, it fills a gap in the language pack family of vtiger that has existed for a surprisingly long time. I have tested it. Installation works smooth. If you log in choosing the Chinese language pack, vtiger looks quite Chinese, I guess.

Zugang zu Elitepositionen dank bestimmter (unbestimmter) Persönlichkeitsmerkmale

Die Stichworte in der Zusammenfassung der Forschungsergebnisse des Elitesoziologen Michael Hartmann lesen sich wie eine Blaupause der Relevanzkriterien der Redaktionen von Karriereheftchen und Themenseiten großer Tageszeitungen:

Der gewünschte Habitus wird in den Chefetagen der deutschen Großunternehmen an vier zentralen Persönlichkeitsmerkmalen festgemacht:

  • Man sollte eine intime Kenntnis der Dress- und Benimmcodes aufweisen, weil dies aus Sicht der Entscheider anzeigt, ob der Kandidat die geschriebenen und vor allem die ungeschriebenen Regeln und Gesetze in den Chefetagen der Wirtschaft kenne und auch zu beherzigen gewillt sei.
  • Eine breite Allgemeinbildung sei erwünscht, weil sie als ein klares Indiz für den berühmten und als unbedingt notwendig erachteten ‚Blick über den Tellerrand‘ angesehen werde.
  • Notwendig sei auch eine breite unternehmerische Einstellung und der damit als notwendig erachteten optimistischen Lebenseinstellung.
  • Persönliche Souveränität in Auftreten und Verhalten als wichtigstes Element schließlich zeichne in den Augen der Verantwortlichen all diejenigen aus, die für Führungsaufgaben dieser Größenordnung geeignet seien.

Solche habituellen Persönlichkeitsmerkmale werden in erster Linie von dem Milieu vermittelt, in dem man aufgewachsen ist, und sind nicht durch fachliche persönliche Leistung zu erwerben.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hartmann_%28Soziologe%29#Forschungen (eigene Hervorhebungen)

Der Newsroom öffnet sich.

Aktive Medienkonsumenten holen sich künftig im Social Media Newsroom selbständig ihre Informationen.

Mit dieser These ist ein Artikel von Jürg Vollmer überschrieben, dem es im Kern um eine Modernisierung der Pressemitteilung im Sinne ihrer Information distribuierenden Aufgabe angesichts der Informationsflüsse geht, die sich durch das Internet und das „Web 2.0“ verändern. Nochmals konzentriert lernt man hier das kleine Einmaleins der klassischen Pressemitteilung. Darüber hinaus aber bietet der Artikel einen interessanten Einblick in das aktuelle Denken der PR-Branche, die das „Web 2.0“ zu nutzen, keineswegs aber zu gestalten versucht. Der Artikel ist aus der Perspektive des Senders gedacht, der wie gewohnt einen Empfänger konzipiert, der sich nur dadurch durch ein „früher“ unterscheidet, indem er nun größere Souveränität bei der Suche und Auswahl von Information besitzt. Interessant wird der Artikel vor allem da, wo er den Begriff des „Social Media Newsroom“ einführt und auf erste Praxisbeispiele verweist. Denn hier wird das Herz einer Redaktion, der „Newsroom“, begrifflich in den Verfügungsbereich der Nutzer gerückt, wobei die Sender von Pressemitteilungen in keiner Weise mehr gegenüber anderen möglichen Sendern privilegiert sind – etwa durch Akkreditierung. Leider führt der in dem Artikel erst im März 2009 gesetzte Link http://www.social-media-newsroom.ch/ bereits heute ins Leere. Weiterlesen

Auf den Spuren verschwundener Gärten in der Seewiesenstraße der Gemeinde Kuchen

Mein eigener Garten hat mich daran erinnert, wie ich als Kind in einem Labyrinth aus verwilderten Brombeer- und Himbeerhecken sowie alten Apfel-, Kirsch-, Mirabellen-, Zwetschgen- und Pflaumenbäumen groß geworden bin. Woher aber stammten diese reichlich Früchte tragenden Büsche und Bäume, in, unter und auf denen ich gespielt und von denen ich und meine Spielkameraden uns damals so manchen Sommer bis in den Winter hinein mit Obst versorgt haben? Offenkundig muss es sich um die Überreste ehemaliger Gärten gehandelt haben. Die Suche nach Spuren dieser verschwundenen Gärten sensibilisiert für die Geschichte des Ortes und die Schönheit des Nutzgartens. Weiterlesen

Schloemanns analytische Kälte tut Gisela Mayers berechtigter Politisierung keinen Gefallen

Johan Schloemann stellt in der Süddeutschen Zeitung vom 2.3.2010 auf Seite 14 Gisela Mayers Buch „Die Kälte darf nicht siegen“ vor. Und natürlich geht das auch mit Kritik einher. Nur: Kritiken wie die Schloemanns, das fiel mir heute morgen beim lesen auf, sind gut gemeint, aber nicht unbedingt sinnvoll. Weiterlesen

Klarnamen oder Decknamen? Ein Dialog, an dessen Ende beides sinnvoll scheint.

Bei der Einrichtung eines Twitter-Accounts rät mir ein Freund, einen Decknamen, ein Pseudonym, einen „Nickname“ zu verwenden. Ich sollte hierzu am besten gleich noch ein ebenfalls meine Identität verschleierndes Emailkonto eröffnen. Auf die Frage, wofür das gut sein solle, bekomme ich zur Antwort, dass man mir auf diese Art und Weise es nicht nachtragen könne, sollte ich mich eines Tages mit meiner Wortwahl, meinen Ansichten, meinen Thesen und so weiter bei irgendjemandem in die Nesseln setzen, der mir Schaden könnte. Oha! Weiterlesen

Beitrag zu Chancen, Risiken und Ökonomie der Koevolution neuer Medien und Gesellschaft

Vor ein paar Monaten hatte ich eine Rezension zu Gisela Schmalz „No Economy“ geschrieben, zu der ich von Frau Schmalz sogar ein anerkennendes Feedback per Email erhielt. Am 4. Februar lief nun eine interessante Sendung „Die Welt ist flach. Chancen und Risiken der digitalen Veränderung“ auf 3Sat, bei der der Moderator Gert Scobel mit Gisela Schmalz (FH Köln), Frank Schirrmacher (FAZ) und Constanze Kurz (Chaos Computer Club) diskutiert.

Die Sendung gibt es nun als Podcast zum Download:
http://podfiles.zdf.de/podcast/3sat_podcasts/100204_internet_scobel_p.mp3

Warum man sich auf Gisela Schmalz‘ „Yes Economy“ einlassen kann.

In ihrem Buch „No Economy: Wie der Gratiswahn das Internet zerstört“ bricht Gisela Schmalz mit der Begeisterung für die Kostenlosigkeit von Gütern und Leistungen im Web. Ausführlich legt sie die Treiber des Status Quo dar und warnt davor, die Entwicklung des Internets als Raum neuer wirtschaftlicher Möglichkeiten zu verspielen. Ihre Kritik richtet sich einerseits gegen die Subvention digitaler Güter durch Staat, Stiftungen, Risikokapitalgeber und Werbekunden, andererseits gegen einen vermeintlichen Gratiswahn der Nutzer. Vor dem Hintergrund einer Analyse verschiedener ökononomischer Modelle plädiert sie für eine selbsttragende wirtschaftliche Entwicklung des Internets ohne Subventionen – für ein „Yes Economy“. Im folgenden resümiere ich ihre Kritik an die Adresse der Webunternehmer und Risikokapitalgeber, schlage jedoch eine mir sinnvoll erscheinende Relativierung der Kritik an den Nutzern auf der Grundlage der Theorie kollektiven Handelns vor. Zur Unterstützung des Plädoyers für nutzergetriebene Mikromärkte scheint mir zudem die Ergänzung angebracht, auf nutzerseitige Wertschöpfungsketten zu fokussieren. Weiterlesen

Ein Übermaß an Autorität etablierter Institutionen könnte lähmend wirken

Meine Wahrnehmung ist derzeit sehr von meiner Lektüre zu Identität und Institutionen geprägt. Diese Lektüre ist motiviert durch meine Vermutung, es existiere so etwas wie eine übertriebene Mäßigung oder Lähmung  individueller wie auch gesellschaftlicher Kreativität, oder zumindest so etwas wie eine Mäßigung des Handelns im Allgemeinen, die durch die Institutionen bedingt ist. Denn Institutionen sind Standardisierungen bestimmter Handlungen, die unter anderem auch der Mäßigung der mit Kreativität verbundenen Unruhe dienen.  Problematisch wird es meiner Ansicht nach, wenn ein Punkt überschritten wird, von dem an die erwünschte Mäßigung in eine unerwünschte Lähmung umschlägt, weil die mäßigende Wirkung der Institution in Folge ihrer Überhöhung überhand nimmt. Weiterlesen

Kaufmanns Theorie der Identität fordert die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Institution“

Will man durch die Auseinandersetzung mit Jean-Claude Kaufmanns Theorie der Identität (siehe hier und hier) zu einem kreativen Umgang mit Identität gelangen, erscheint es erforderlich, sich genauer mit dem Institutionenbegriff zu befassen. Der Begriff Institution zieht sich wie ein roter Faden durch Kaufmanns Text, wird aber eigentümlicherweise kaum erklärt. Kaufmann setzt bei seinem Leser voraus zu wissen, was Institutionen sind. Weiterlesen

Biedermänner, Brandstifter und Karrieristen. Notizen zu Jean-Claude Kaufmanns Theorie der Identität. (Lieferung 2)

Der folgende Beitrag ist die zweite Lieferung meiner Erörterung des Buchs „Die Erfindung des Ich: Eine Theorie der Identität„von Jean-Claude Kaufmann, in der ich Kaufmanns Argumentation zusammenfasse und bezogen auf einige mir interessant erscheinende Themenbereiche diskutiere. Im folgenden werde ich kurz meine erste Lieferung zusammenfassen, um mich dann ausführlich Kaufmanns drittem Teil zu widmen. Kaufmann überträgt hierin seine Überlegungen zum Identitätsprozess auf die Gesellschaft, auf ihre Milieus und Phänomene. Unter der Überschrift des klassischen Dreiklangs „Voice, Exit and Loyality“ seziert Kaufmann individuelle und kollektive Verhaltensmuster, die quer durch alle Schichten in unterschiedlicher Form und Ausprägung zu Tage treten. Weiterlesen

Das kreative Ich auf der Suche nach Anerkennung. Notizen zu Jean-Claude Kaufmanns Theorie der Identität. (Lieferung 1)

Der folgende Beitrag ist eine Erörterung Jean-Claude Kaufmanns Buch „Die Erfindung des Ich: Eine Theorie der Identität„, in der ich Kaufmanns Argumentation zusammenfasse und bezogen auf einige mir interessant erscheinende Themenbereiche diskutiere. Weiterlesen

Bio Fiction*. Bei Bewerbungsprosa sollte man weder zweifeln noch sich schämen.

Anna-Maria Müller schreibt in Ihrem Blog über die Konjunktur der „Motivationsschreiben“ im Hinblick auf Bewerbungsverfahren für Masterstudiengänge und bei anderen Gelegenheiten.

„ständig wollen Menschen ein Motivationsschreiben von mir. […] Mittlerweile verdiene ich mein Geld mit Textarbeit und unterstütze allerlei Freunde & Bekannte, aber auch AuftraggeberInnen bei den eigentümlichen Worten zur Selbstlobpreisung. Gerade ist wieder Bewerbungsfrist für die Masterstudiengänge zum kommenden Wintersemester – dementsprechend hatte ich in letzter Zeit wieder mehrere Exemplare zur semi‑öffentlichen Selbstbeweihräucherung auf dem Schreibtisch bzw. in der Mailbox. Und, ja, es ist ein elender Prozess. Besonders, wenn man den Schrieb selbst aufsetzt […] Im schlimmsten Fall bringt einen das […] gar in Selbstzweifel und Nöte, zu denen ohne diese Schikane durch Lebenswegentscheider gar kein Anlass bestünde…“

Mein flux hingeworfener Kommentar wurde von ihrem Blog unsanft abgeschnitten. Hier nochmal das Textlein in voller Länge. Was ich also sagen wollte: Weiterlesen

Dank Bologna ist Zeit nun Luxus. Notiz zur Bologna-Diskussion zwischen Wolfgang Seibel und Robert Stockhammer

Vergangene Woche plädierte der Verwaltungswissenschaftler Wolfgang Seibel für die Chancen des Bologna Prozesses, der lediglich von den Hochschulen und insbesondere von den Professoren falsch umgesetzt würde. Spätestens als Seibel am Ende seines Artikels die „Die-Besten-gehen-ins-Ausland“-Karte spielte, war es Zeit, ihn nicht mehr ernst zu nehmen. Wen interessieren „die Besten“, wenn man auch in Zukunft in einer friedlichen Gesellschaft möglichst vieler intelligenter und durchschnittlich wohlhabendender Menschen leben will? Dankenswerterweise liest man heute unter der Überschrift „Im Interesse der Studierenden?“ eine Erwiderung eines Literaturwissenschaftlers. Robert Stockhammer weist den Kollegen aus der Verwaltungswissenschaft darauf hin, dass die BA/MA-Reform vor allem die Macht der Universitätsverwaltung gestärkt habe, was der  Ausgestaltung der Studiengänge durch Professoren enge Grenzen setze. Weiterlesen