In 25-70, im allerbesten (oder schlimmsten) Fall aber in 166 Jahren, ist der Atomenergiespuk so oder so zu Ende. Dann nämlich sind die Uran-Brennstoffreserven der Erde ausgebeutet und aufgebraucht (statische Reichweite). Wenn allerdings der Zubau an Atomkraftwerkskapazitäten noch zunimmt, dann wird das Uran noch weniger weit reichen (dynamische Reichweite). Dies steht so in einem Info-Brief des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2006/Uran_als_Kernbrennstoff-Vorraete_und_Reichweite.pdf .
Dass heißt also, dass entweder noch unsere Generation oder aber die Generation unserer Kinder auch ohne Atomausstieg das Ende der Atomkraft erleben wird, weil dann der “Brennstoff” alle ist. Es sei denn, es kommt zur Realisation solcher Atomkraftwerkssysteme einschließlich zugehöriger Aufbereitungsanlagen, in denen spaltbares Material “erbrütet” und zu neuem Brennstoff verarbeitet wird. Das würde eine 60 bis 100 mal höhere Reichweite der Brennstoffe mit sich bringen, unter der Inkaufnahme weiterer Risiken sowie der Herstellung großer Mengen des hochgiftigen und zudem waffenwähigen Plutoniums. Interessanterweise sind die meisten “Brüter” bislang nicht über das Versuchsstadium hinaus gekommen und vielfach aus Kostengründen und infolge von Risikobewertungen stillgelegt worden. Sobald aber der Preis für Natururan infolge zur Neige gehender Ressourcen steigen wird, wird auch diese Technik wieder aktuell. (siehe a.a.O., S.11f sowie Generation IV,schnelle Brüter und Generation IV International Forum)
Wir müssen uns also heute politisch entscheiden, ob wir Uran bergmännisch gewinnen, anreichern, in Kernreaktoren zu hoch giftigen Spaltprodukten und Restmaterialien zersetzen und als atomaren Abfall in unsere Welt bringen wollen – für billigen Strom und ein hierauf aufbauendes Wirtschaftswachstum, dass, einen Verzicht auf schnelle Brüter vorausgesetzt, in dieser Form schon in 25 bis 70 Jahren ein Ende haben wird.
Ich meine, dass wir uns gegen Uran, schnelle Brüter und die Verheißungen der Generation IV entscheiden können, weil wir mit den erneuerbaren Energien eine viel liberalere, demokratischere und insbesondere umwelt- und sozialverträglichere Energieversorgung herstellen können – auch wenn es in der Welt immer auch Atomkraftwerke geben wird, solange es hierfür nur irgendwie Brennstoffe gibt, weil die Verheißungen für Hersteller und Betreiber immer wieder die Bedenken und berechtigten Interessen der Menschheit aushebeln werden. Fukushima war deshalb nicht der erste und wird auch nicht der letzte auslegungsüberschreitende Störfall (Super-GAU) bleiben. mehr »
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