Genette, Gérard: Erzählung und Diskurs.
7. Dezember 2007 | Rubrik: Identität und Erzählung | Tags: Diskurs, Erzählung, Geschichte, Narration | 1119 mal gelesen
In: Genette, Gérard: Die Erzählung. München 1998
[Exzerpt. Seitenzahlen aus Mentzer/Sonnenschein (Hg): Die Welt der Geschichten]
Genette unterscheidet drei unterschiedliche Bedeutungen oder Ebenen des Erzählens bzw. des Begriffs der Erzählung.
- Erzählung als Narratiion bzw. „narrative Aussage [...], die von einem Ereignis oder einer Reihe von Ereignissen berichtet“
- Erzählung als Abfolge der „realen oder fiktiven Ereignisse, die den Gegenstand dieser Rede ausmachen, und ihre unterschiedlichen Beziehungen untereinander“ (117)
- Erzählung als Ereignis, „das darin besteht, dass jemand etwas erzählt.“ (118)
Genette schlägt folgende Begriffe vor:
Zu 1.) die Geschichte
Zu 2.) die Erzählung (der Aussage, des narrativen Textes)
Zu 3.) die Narration (als dem produzierenden narrativen Akt)
Geschichte und Narration existieren nur „vermittelt“ durch die Erzählung. Die Erzählung wiederum braucht eine Geschichte. Und sie braucht jemanden, der sie erzählt.
Im Nachgang dieser Begriffsklärung und Differenzierung fokussiert Genette dann auf die Frage, wer spricht bzw. wer sieht. Denn dies wirft die Frage nach dem Blickwinkel des Erzählenden auf, dem Fokus oder Point of View. Genette benutzt hierbei den Begriff der Fokalisierung.
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