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Christoph Giesa: Bürger. Macht. Politik. Rezensionsessay.

Am 08. August 2011 ist das Essay Bürger. Macht. Politik. von Christoph Giesa im Verlag Campus erschienen. Albrecht von Sydow von Respublica, der wohl bei der Buchvorstellung dabei gewesen ist, hat mich auf das Buch angesetzt und ich habe es im Hinblick auf mögliche Schnittstellen zu Respublica durchgearbeitet. Im Folgenden mein vollständiges Rezensionsessay. Siehe gekürzt auch den Aufsatz unter http://blog.respublica.org/.

Giesa interpretiert die Top-Themen seit Sommer 2010, zu denen Bürger unerwartet heftig und unerwartet erfolgreich auf der Straße, durch Volksbegehren und unorthodoxe Wahlentscheidungen Stellung bezogen haben, als Zeichen eines Prozesses. Das Beobachtbare ist nach Ansicht Giesas „Ausdruck einer Sprachstörung zwischen den Regierenden und den Regierten“. Der Auflösung dieser Sprachstörung ist Giesas Buch gewidmet. Giesa erzählt entlang persönlicher Erlebnisse und Begegnungen von der Dysfunktionalität der Parteien, beobachtet die Wiederauferstehung des Citoyens und stellt die Modernisierung der Demokratie dank digitaler Technik und gesunkener Transaktionskosten in Aussicht, scheint aber für das von ihm beschriebene Dilemma der Rekrutierung auch keine Lösung zu sehen. Auch die Wechselwirkung mit dem gegenwärtigen Mediensystem wird zwar erwähnt, verblüffenderweise jedoch eher ausgeblendet Weiterlesen

„Die traurigen Streber“ lesen zu viel Die Zeit

Heute, den 28.08.2008, titelt Die Zeit „Jugend ohne Charakter! Karrieredruck und Zukunftsangst haben eine angepasste Generation hervorgebracht“ und bringt auf S.43f eine „Polemik“, flankiert von einer Art „Kulturgeschichte“ des „Heranwachsens“. Das finde ich kurios. Denn an anderer Stelle habe ich dargelegt, warum von einer Mitschuld der diesen Artikel publizierenden Verlagsgruppe ausgegangen werden kann. Ich halte es für müßig, sich im Detail mit den einzelnen Anspielungen und Thesen dieser „Polemik“ auseinanderzusetzen. Zu entdecken gilt es nicht den Inhalt der Polemik, sondern inwiefern die herausgebende Verlagsgruppe an dem hier thematisierten gesellschaftlichen Phänomen im Rahmen der Bearbeitung ihres Marktsegments der 20 bis 30-jährigen beteiligt ist. Statt Details der Polemik zu analysieren, finde ich es sinnvoller, im Folgenden über das Konstruktionsprinzip und das vermutliche Kalkül eines solchen Artikels nachzudenken. Weiterlesen