Der elitäre Sündenfall. Mitterles Replik auf meine Idee zur Vergesellschaftung von Universitätsangehörigen

Alexander Mitterle hat am 25.03.2008 mit seinem Essay “Unvernommene Studierende” auf meine Geschichte eines studentischen Forums und meiner damit verbundenen Überlegungen geantwortet. Mitterle erkennt, dass ich darum bemüht bin, “neu zu denken, was ein universitäres Studium auszeichnet.” Er konstatiert, dass ich ein dem Humboldtschen ähnliches Bildungsideal mit dem ökonomischen Moment des Alumniwesens verknüpfe und er stellt vor dem Hintergrund seiner eigenen Forschung über Hochschulforschung und Bildungspolitik den von mir kritisierten “elitären Sündenfall” der Universität auf eine Weise dar, wie es mir nicht möglich gewesen wäre. Meine Argumentation reformulierend beschreibt Mitterle, dass die “academia”, die akademische Elite der deutschen Universität, unter Umständen aufgrund der Logik der Verteilung symbolischer und ökonomischer Ressourcen nicht in der Lage ist oder nicht Willens ist, Studierende als vollwertige Angehörige der Universität zu integrieren, infolge dessen es zu einer allein organisatorisch bedingten Anonymität der “Massenuniversität” kommt. Studierende blieben “unvernommen” und  als Ressource unerkannt. Genau  genommen ist aber Masse nicht Problem, sondern Chance.  Der “mündige Student” müsse angesichts der “unerschöpflichen Ressource an potentiellen Gesprächspartnern” erkennen: “Ich bin nicht anonym und schon gar nicht Masse.” Mitterle entwickelt meinen Ansatz hier nun weiter, wobei er für die Universität Leipzig als einen besonderen Ort Handlungsüberlegungen entwirft, die auch für andere Universitätsstädte zutreffen dürften.

Mitterle, Alexander: Unvernommene Studierende. In. Powimag. Magazin für Politikwissenschaft. 25.03.2009, http://www.powimag.de/wp/?p=198

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Jana Hochbergs Weblog und das Manifest der “Hard Blogging Scientists”

Durch Jana Hochberg und Ihr Weblog http://gophi.blogspot.com bin ich auf das Projekt Hardblogginscientists aufmerksam geworden. Jana platziert auf Ihrer Seite den Button des Projekts und bekennt sich damit zu dem dort veröffentlichten “Manifest V0.2″ der Hardblogginscientists: mehr »

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Galtung, Johan: Struktur, Kultur und intellektueller Stil.

Ein vergleichender Essay über sachsonische, teutonische, gallische und nipponische Wissenschaft. In: Wierlacher, Alois (Hg.): Das Fremde und das Eigene: Prolegomena zu einer interkulturellen Germanistik. München (Iudicium-Verlag) 1985, S.151-196 [Nr.1183]

(Das folgende Exzerpt ist eine verbesserte Variante des alten Exzerpts vom 3.12.2007)

[Exzerpt]

Der Herausgeber betont in einer Vorbemerkung zum Aufsatz, dass er ihn in der Hoffnung abdruckt, „dass uns der ebenso launige wie bedenkenswerte Vortrag zur näheren Erforschung und zur Tolerierung der kulturellen Unterschiede auch des wissenschaftlichen Redens und Schreibens anregt.“ Mit den Worten der Freien Universität zu Galtungs Ausführungen setzt er hinzu: „Kein Streit wird darüber aufkommen, dass [...] Rücksichtnahme [...] fremder Lebensgewohnheiten zu den Vorbedingungen gehört, das Nebeneinander von [...] Menschen [...] erträglich oder auch nur denkbar zu machen. Die Wissenschaftler [...] tun gut daran, mit dieser Einsicht bei sich selber anzufangen.“ (151) mehr »

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GALTUNG, Johann: Struktur, Kultur und intellektueller Stil. Nr.1183

Vergleichender Essay über saxonistische, teutonische, nipponische und gallische Wissenschaft. In: Wierlacher [Hrsg.]: Das Fremde und das Eigene. München 1985, S.51-93

(Beachte das aktuellere und vollständigere Exzerpt vom 14.02.2008)

[Abstract]

Galtung grenzt vier Kulturen voneinander ab und benennt als deren Zentren die USA und Großbritannien, Japan, Frankreich und Deutschland. Jeder dieser Kulturen unterstellt er einen für die jeweilige Kultur typischen intellektuellen Stil.

Die Zentren des “sachsonischen Stils” sind Galtung zufolge die USA und Großbritannien. Kanada und Australien zählt er zu deren Peripherie. Der sachsonische Stil ist Galtung zufolge faktenorientiert, empirisch, personenzugewandt, humorvoll, aufbauend und pragmatisch. Als Beispiel führt er die Rechtssprechung nach Fällen an.

Der “nipponische Stil” hat sein Zentrum laut Galtung in Japan, seine Peripherie in Ostasien. Zu den Eigenschaften des nipponischen Stils zählt Galtung das Primat sozialer Beziehungen, das Bemühen um „Einheit“, den enzyklopädischen Stil, den hohen Stellenwert der Wahrheit, den Meisterbezug und die Ancienität.

Typisch für Frankreich, Italien, das französche Afrika und Rumänien ist für Galtung der “gallische Stil”, dem es um Ästhetik geht, der theorieorientiert-rational ist und der Polarisierungen über die „Elegance“ der Sprache zusammenführt.

Deutschland stellt für Galtung das Zentrum des “teutonischen Stils” dar – symbolisiert durch den Elfenbeiturm. Zur Peripherie dieses Stils zählt Galtung Osteuropa ohne Rumänien. Charakteristisch für den teutonischen Stil ist laut Galtung die Theoriebildung, die Illustration von Daten ohne explizite Beweisführung, die Strenge, die Polarisierung, die Humorlosigkeit, das Hierarchische und Rationale.

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