Diät

Diätansätze gibt es viele. Jeder Ansatz hantiert mit dem Fett-, Protein-, Kohlenhydrat-, Ballaststoff-, Spurenelemente- und Vitamingehalt der Ernährung, setzt dabei aber jeweils unterschiedliche oder voneinander geringfügig abweichende Schwerpunkte. Bezüglich der einzelnen Bestandteile der Nahrung gilt auch hier Paracelsus: „All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Paracelsus)

Welche Diät am Ende die „wahre“ Diät ist, kann uns prinzipiell egal sein. Alle Diätlehren erkennen in der Regel an, dass „die Ursache des Übergewichts […] fast ausnahmslos übermäßiges Essen [ist]. Die zugeführte Energiemenge ist größer als der Energieverbrauch.“1

Von Wunderdiäten, die eine schnelle Gewichtsabnahme ermöglichen ist generell abzuraten. Schnelle Gewichtsreduktion geht zumeist mit Flüssigkeitsverlust, einem Mangel an Mineralien und Spurenelementen sowie allegemeiner Unterernährung einher. Krämpfe, Gelenkschmerzen und Unlust können die Folge sein.2 Auch zu Fasten wird keinen Erfolg bringen, wenn es der dauerhaften Gewichtsabnahme dienen soll. Zu empfehlen ist die langfristige Reduktion der Körpermaße durch Umstellung der Ernährung. Die jeweils unterschiedlichen Diätansätze geben nun Hinweise, wie diese Umstellung der Ernährung aussehen könnte oder auszusehen hat. Dabei konzentriere ich mich hier auf den fettreduzierenden, den kalorienreduzierenden und den kohlenhydratreduzierenden Diätansatz. Andere Diätansätze, wie beispielsweise Trennkost, erscheinen mir in den Bereich dessen zu fallen, was im individuellen Einzelfall begründet sein mag, jedoch nicht als Feld-, Wald- und Wiesenmethode für jedermann alltagstauglich zu sein scheint.

In der trainingswissenschaftlichen Literatur findet man vor diesem Hintergrund eine kompromisshafte Formel. Dort wird als Diät empfohlen, die Zufuhr an Kalorien mäßig zu reduzieren, auf eine komplexe Kohlenhydratzufuhr umzustellen, bewußt mit Fett umzugehen und vermehrt Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Wichtig ist, dass keine Defizite bei der Proteinzufuhr entstehen, weil es sonst zum Abbau körpereigener Proteine kommt, was vorrangig zu Lasten der Muskulatur geht.3 Darüberhinaus muss jede Diät darauf hinauslaufen, neben der Normalisierung des Körpergewichts langfristige Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, die das ganze Leben lang anhalten.4 Ständig wiederholte Diätversuche und eine rein verstandesmäßige Kontrolle des Essverhaltens unter Ausschaltung der normalen Regulation durch Hunger können hingegen zu klinischen Essstörungen führen.5

1Jarmo Ahonen u. a., Sportmedizin und Trainingslehre : mit 22 Tabellen, 2. Aufl. (Stuttgart, New York: Schattauer, 2003), S.137.

2 Ebd.

3 Günter Schnabel, Hans-Dietrich Harre, und Jürgen Krug, Hrsg., Trainingslehre – Trainingswissenschaft : Leistung, Training, Wettkampf, [Neuaufl., aktualisiert und erw.]. (Aachen: Meyer & Meyer, 2008), S.501.

4 Ahonen u. a., Sportmedizin und Trainingslehre : mit 22 Tabellen, S.137.

5 Schnabel, Harre, und Krug, Trainingslehre – Trainingswissenschaft : Leistung, Training, Wettkampf, S.501.